Das kleine und das große Glück

kleines Glück

Manchmal steht der Wunsch nach dem großen Glück der Erfüllung vom kleinen Glück im Wege, weil die Menschen viele Geschenke des Alltags übersehen oder zu große Erwartungen an das Leben haben. Ich finde das sehr schade, denn Unzufriedenheit stört unsere innere Harmonie. Vieles in unserem Alltag ist positiv, man muss nur genau hinschauen, die Vorzüge wertschätzen und nicht jedes kleine Haar in der Suppe zu einer wilden Mähne toupieren. Was man erreicht, sollte ein Grund zur wohlverdienten Freude sein. Schön wäre es, wenn wir sie immer wieder in unser Bewusstsein einladen, damit sie nicht so schnell verpufft und auf diese Weise unser inneres Gleichgewicht in einer gesunden und wohligen Balance hält. Viele Menschen haben verlernt, langfristig zufrieden und glücklich zu sein, weil es immer einfacher ist zu nörgeln, als „Ja“ zu sich und den Gegebenheiten zu sagen.

Gesundheit ist ein sehr großes Glück und dennoch schätzt man sie erst so richtig, wenn man sich krank fühlt und tägliche Abläufe eingeschränkt sind.  Vergessen Sie nicht, auch mit körperlichen Einschränkungen kann man glücklich leben, wenn man sie annimmt. Es gibt das Sprichwort, dass man mit Dingen, die nicht zu ändern sind, Frieden schließen sollte. Das sind wahre Worte. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man auch mit einem „Handicap“ sehr glücklich und zufrieden sein kann, man muss sich einfach so lieben, wie man ist. Schwachstellen kann man kaschieren und positive Seiten muss man ins Licht stellen und bewusst betonen. Es gibt in den meisten Fällen noch viel Schlimmeres, was einem zustoßen könnte, das sollten wir uns immer vor Augen halten. Wenn wir uns selbst akzeptieren und aufrecht auf andere zugehen, werden auch sie uns mögen und respektieren. Wenn man zu einer Schwäche steht und es vermag, jemanden um eine Hilfestellung zu bitten, kann auch das Glücksmomente auslösen.

Das materielle Glück ist nicht die Erfüllung und der Sinn unseres Daseins auf dieser Welt. Sicherlich lebt es sich leichter und wir haben alle unsere Wünsche, aber sind wir auf lange Sicht wirklich zufriedener? Ich kenne Menschen, die viele Kleidungsstücke, die noch mit dem Preisschild versehen sind,  im Kleiderschrank hängen haben. Es ging nur darum, sie zu kaufen und zu besitzen. Wer auf ein schönes Stück spart, hat jedes Mal Freude, es am Körper zu tragen und liebt es oft noch nach Jahren. Eine Couch, die noch gut erhalten ist, muss nicht unbedingt gegen eine neue ausgetauscht werden. Oft kann man sie neu beziehen lassen, mit neuen Kissen beleben oder einem schönen Überwurf aufpeppen und so noch ein paar Jahre mit ihm gemeinsam wohnen.  Mit einem älteren Laptop oder Handymodell lässt sich auch der Kontakt zu den Menschen halten, die uns am Herzen liegen. Ich will damit sagen, dass wir nicht von allem immer das Neueste haben müssen, denn Geld und Konsum lassen sich nicht mit wahrem Glück identifizieren.

Die Menschen in unserer Umgebung schenken uns oft durch kleine Gesten das große Glück, wir müssen nur unser Herz öffnen, um dies zu erkennen. Dabei spielt die Bildung, das Aussehen und der gesellschaftliche Status nicht die Hauptrolle. Ein Kinderlächeln oder das eines alten Menschen kann gegenseitige Herzenswärme schenken. Kleine und aufmerksame Gesten in einer Partnerschaft sind mehr wert als ein teures Candlelight-Dinner. Eine Übernachtung in einem gemütlichen Hotel kann romantischer sein als ein überteuertes Wellness-Wochenende in steifer Atmosphäre. Eine besondere Praline, ein duftender Tee, ein belebendes Bad oder ein herzerfrischendes Telefonat mit einem lieben Menschen sind kleine und äußerst wertvolle Freuden des Alltags. Machen Sie doch jemandem und sich selbst eine Freude, indem Sie einen Brief oder eine Postkarte verschicken. Einfach so. Haben Sie Menschen an Ihrer Seite, denen Sie bedingungslos vertrauen können? Das nenne ich wahres Glück!

Zitat: „Wahre Herzensfreude entsteht durch die Schlichtheit des Unscheinbaren.“ (Gundi Dobler)

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