Mut zur Natur

Photo Coco Vöhringen

Bei meinem heutigen Blog geht es um ein ganz persönliches Thema, das jedoch vielen Frauen meines Alters im Kopf herumgeistert und es kann durchaus ansteckend sein. Es geht dabei um das langjährige Färben der Haare, das irgendwann sehr lästig werden kann. Vor allem, wenn man färbt, sollten auch keine Ansätze sichtbar werden, denn graue Balken wirken nicht besonders attraktiv. Ich erzähle es nun einfach aus meiner ganz persönlichen Sicht, ohne Wertung, denn jede oder jeder (denn auch Männer helfen der farbigen Haarpracht oftmals nach) sieht es mit den eigenen Augen und spürt es mit dem individuellen Wohlgefühl.

Zwei Wochen waren seit der letzten Farbprozedur vergangen und schon wieder zeigte sich am Ansatz ein kleiner Silberrand. Ich stellte mir vor, wie es aussieht, wenn dieser zu meiner neuen Haarfarbe wird und ich fand es gar nicht schlecht. Nach einem Beratungsgespräch mit meiner jungen und modernen Friseurmeisterin legte ich mutig einen Termin fest, um die Idee der Veränderung in die Tat umzusetzen. Bis dahin wurde dann nicht mehr gefärbt und das Haar ganz kurz geschnitten. Was sich nun zeigte, gefiel mir sehr gut. Ein letztes Mal war noch etwas Chemie notwendig um die restlichen dunklen Spitzen aufzuhellen und nach einem weiteren Schnitt bin ich nun im neuen Blond, nämlich einem schönen Silbergrau.

Im Internet habe ich einige Artikel gelesen. Viele junge Mädchen stehen auf diesen Look und es ist sehr schwierig, diesen Haarton zu bekommen, denn grau färben funktioniert nicht. Es gibt zahlreiche Modezeitschriften, die vom Umdenken der Frauen berichten und attraktive Persönlichkeiten scheuen sich nicht, zum Grau zu stehen. Andererseits gibt es viele Informationen über die schädlichen Auswirkungen der Färbemittel, die ich natürlich auch viele Jahre angewendet habe, weil die weiße Haarpracht bei den Frauen unserer Familie schon in jungen Jahren sehr dominant wurde. Bei einigen Bekannten wurde bei verschiedenen Krankheiten geraten, das Färben sofort einzustellen. Das alles hat ebenfalls positiv zu meiner Entscheidung beigetragen.

Die Veränderung ist vollbracht! Statt dunkelbraun trage ich nun stolz ein flottes Silbergrau und die Rückmeldungen waren durchaus positiv, um nicht zu sagen begeistert. Sie kamen auch von jungen Frauen und Männern. Natürlich gibt es auch jene, die betonen, dass sie noch nicht so weit sind und das darf auch gerne so bleiben, denn es geht ja um mich und nicht um sie. Deshalb muss sich niemand rechtfertigen. Ich trage nun auch mehr Farbe und auffälligen Modeschmuck und bin keineswegs eine graue Maus oder um Jahre gealtert. Bei einigen Frauen, die attraktiv und selbstbewusst sind,  wirkte meine Entscheidung ansteckend, manchmal kann man sich einfach nicht vorstellen, dass man auch auf natürliche Weise toll aussehen kann. Deshalb möchte ich jene ermutigen, die sich nicht trauen oder die einfach noch einen kleinen Schritt zu einer Veränderung brauchen.

„Mut zur Natur und endlich Schluss mit der Vortäuschung falscher Tatsachen!“ (Zitat von Gundi Dobler)

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. … Mut zur Natur … Ich hatte ihn nicht. Mit Mitte vierzig wurde mein Haaransatz grau, das war die Tatsache. Den Gedanken meine Haare nicht mehr zu färben, ließ ich nicht an mich heran. Ich war noch nicht soweit … Für meinen damaligen Partner ist die Zeit des Lebens stehen geblieben und er wollte mich so, wie am ersten Tag. Weitere Jahre würden so weiter vergehen, wenn da nicht das Schicksal wäre. Unerwartet bekam ich eine Diagnose, die von da ab mein Leben verändert hatte. In dieser Zeit hat sich in meinem Inneren und an meinem Äußeren einiges verändert. Mir wurde nahe gelegt auf Haarfarben gänzlich zu verzichten. Langer Rede kurzer Sinn … meine Haare sind heute silbergrau, man sagt dazu wohl wie Salz und Pfeffer, und flott geschnitten.  Ich bin mit meinem Äußeren zufrieden. Der Gedanke, meine Haare erneut zu färben, ist für mich nicht mehr vorstellbar. Das Schicksal musste mir nachhelfen, so dass ich etwas später den Mut zur Natur fassen konnte. Auch den meisten Freunden und Bekannten gefällt es wie ich heute aussehe. Dennoch gibt es unter ihnen Stimmen, die sagen: „Ja, es sieht gut aus, aber für mich ist das nichts … ich bin noch nicht soweit.“  Wie auch immer, die Entscheidung sich wohl zu fühlen, muss schon jeder für sich selbst treffen.
     
    Liebe Grüße aus Esslingen

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