Novemberblues

Novemberblues

Nun ist es wieder soweit, die Uhren werden umgestellt und nach herrlich warmen Herbsttagen liegen nasse Blätter auf den Straßen und die leichten Kleidungsstücke haben Pause. Wenn uns der Wind die Haare zerzaust und bis auf die Knochen bläst, ist es Zeit, sich wieder in warme Pullis und Jacken zu hüllen, damit man sich wenigstens in seiner Haut wohlfühlen kann. Zum Glück kann man die Heizung anschalten und sich beim Heimkommen auf eine warme Stube freuen. Das haben nicht alle Menschen. Ich mag gar nicht daran denken, was Obdachlose ertragen müssen, die vielleicht unverschuldet in diese soziale Schieflage geraten sind. Es gibt auch viele Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen, beispielsweise weil die Renten sehr gering ausfallen oder der Arbeitsmarkt nichts mehr für sie hergibt. Da geht es sicherlich nicht immer gemütlich zu und die Heizung läuft vielleicht nur auf Sparflamme.

Man muss manchmal gar nicht auf ein anonymes Spendenkonto überweisen, wenn wir die Augen öffnen, können wir in der nahen Umgebung vielleicht etwas Gutes tun. Da fällt mir als Vorbild meine Mutter ein. Sie bäckt oft für eine Mutter mit vielen Kindern einen Hefezopf oder einen Blechkuchen oder schickt ihnen noch ein paar Süßigkeiten mit. In unseren Schränken hängen oft warme Mäntel, die wir trotzdem nicht mehr mögen, die aber jemand anderen herrlich wärmen könnten. Es sind oft kleine Dinge, die weiterhelfen oder einfach ein Gefühl von Herzenswärme schenken können.

In der Zeit, wo sich die Sonne nur nach Lust und Laune zeigt und wir morgens bei Dunkelheit das Haus verlassen, um es abends in der Dämmerung wieder aufzusuchen, kann man schon mal ein wenig Trübsal blasen. Zu einer winterlichen Depression sollten wir es aber deshalb nicht kommen lassen. Die Sommerzeit ist zwar wunderschön und ich liebe es auch, einfach draußen im Garten zu sitzen und die Wärme zu genießen, aber in der dunkleren Jahreszeit kommt man abends eher zur Ruhe. Die Lust auf Gemütlichkeit bei Kerzenlicht steigt und Kuscheldecken haben Saison. Ein Entspannungsbad kann zu einem Highlight des Abends werden, weil man einfach die Zeit dafür hat und draußen nichts verpasst. Vielleicht haben Sie auch das eine oder andere schöne Buch noch nicht gelesen oder einen Film, den sie schon lange anschauen wollten? Es gibt viele Dinge, die einen trüben oder regnerischen Winterabend gemütlich machen können. Urlaubsfotos könnten bearbeitet werden und vielleicht ist das schon die Idee für ein hübsches Weihnachtsgeschenk, indem man sie für einen Kalender oder ein Fotobuch zusammenstellt. Ein Kinoabend mit Freunden oder ein harmonisierender Saunabesuch wären auch mal wieder eine gute Idee, um gegen den Novemberblues vorzugehen. Ich werde demnächst den Teeladen besuchen und an verschiedenen Dosen schnuppern, um mir Vorräte für genießerische Augenblicke anzuschaffen. Mein Vorsatz lautet: „Ich möchte mich auch bei schlechtem Wetter für etwas Bewegung an der frischen Luft motivieren.“ Die richtige Kleidung hätte ich zu Hause, deshalb liegt es nur noch an mir selbst und meinem inneren Schweinehund, wie man so schön sagt. Ich hoffe, ich kann ihn auch überzeugen, denn es tut dem Körper, der Psyche und dem Immunsystem gut. Lassen Sie sich also anstecken!

Zitat:
„Die dunkle Jahreszeit gibt uns Raum und Möglichkeiten zur Selbstfindung.“ (Gundi Dobler)

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