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Vielleicht befindest auch du dich in der Lebensphase, wo die Eltern auf die Hilfe der Kinder und Enkel angewiesen sind und nicht mehr umgekehrt. Wir fürchten uns vor diesem Augenblick und möchten den Gedanken der Endlichkeit weit von uns schieben. Manchmal reicht eine Grippe oder ein Sturz aus, dass sich alles verändert. Aufgaben, die früher mit links erledigt wurden, sind plötzlich riesige Hürden, die nicht mehr selbstständig bewältigt werden können. Der gefürchtete Zeitpunkt ist gekommen, denn die Eltern geben eine Lebensrolle auf. Sie sind von heute auf morgen auf die Hilfe anderer angewiesen. Das ist sicherlich nicht einfach und wer gibt schon gerne das Ruder aus der Hand? Das führt natürlich hin und wieder zu Konflikten und ist teilweise auch ganz schön anstrengend.

Trotzdem spürt man deutlich, dass die Zuwendung und Pflege einen Menschen sehr glücklich machen. Das Gefühl, da ist jemand, der sich sorgt und kümmert, schenkt Geborgenheit und mildert die Angst, was vielleicht noch kommen wird. Es ist keine Frage, dass die eigene Freizeit sehr beschnitten ist, wenn man sich entschließt, die Verantwortung für die Eltern zu übernehmen. Man kann sich ja für verschiedene Bereiche zusätzliche Hilfe von außen holen, um sich in mancher Hinsicht zu entlasten. Beispielsweise hilft es schon viel weiter, wenn jemand für die Reinigung der Wohnung oder als Unterstützung für die Gartenarbeit oder den Winterdienst hinzugezogen wird. Das ist selbstverständlich nicht umsonst, aber eine Pflegeeinrichtung kostet ein Vielfaches mehr und wenn es eine Möglichkeit gibt, respektvoll zu Hause zu altern, dann sollte man auch versuchen, diesen Wunsch zu erfüllen.

Es gibt immer schwierige Fälle für die Umsetzung, daheim zu pflegen. Sei es das Krankheitsbild, die Entfernung zu den Eltern, die Wohnsituation oder andere Gründe. Das muss jeder für sich entscheiden und sich dabei auch vom eigenen Gewissen leiten lassen. Ich höre von vielen Seiten, dass man nicht auf die eigene freie Zeit und das Privatleben verzichten möchte. Manchmal hilft es, darüber nachzudenken, was man selbst an Unterstützung der Eltern erfahren durfte und wie das Leben vielleicht erleichtert wurde. Das wird leider oft als selbstverständlich angenommen und mit den Jahren vergessen.

Der nächste Gedanke wäre, wie würden wir uns selbst fühlen, wenn wir von heute auf morgen aus dem Alltag gerissen werden und nicht mehr Herr der Lage wären? Würden wir uns nicht wünschen, im eigenen Umfeld zu bleiben und von den Menschen betreut zu werden, die wir lieben?

Vor einigen Tagen habe ich einen Kurzroman von Patricia Koelle mit dem Titel “Die Nacht ist ein Klavier” gelesen. Diese berührende Geschichte ist lebendig erzählt und passt zu meinem heutigen Blogthema. Zuwendung und seelische Streicheleinheiten können einem alten Menschen so viel geben. Wir müssen uns nur die Zeit dafür nehmen. Manchmal gewinnt auch unser eigenes Leben und unsere Herzensbildung.

Ein kurzes Zitat von mir zu diesem Thema:

„Es kostet nur ein wenig Zeit, mit ein paar Streicheleinheiten Hoffnung und Geborgenheit zu verschenken!“

Bis zum nächsten Blog schicke ich dir viele Gedankengrüße

Gundi Dobler

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